NX650 Workshop Kupplung

Wenns klappert, an der Ampel abstirbt oder kein Zündfunke waltet
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scrambler
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NX650 Workshop Kupplung

Beitrag von scrambler » Fr Feb 14, 2020 3:19 pm

Hallo Zusammen,

die Kupplung der Dominator ist bekannterweise nicht die allerhaltbarste - die Kupplungsfedern sind so alle 50.000km fällig (wohingegen die Scheiben kaum verschleißen viewtopic.php?f=8&t=162), ausserdem tritt bei manchen NX650 bei heißen Motor eine kaum noch trennende Kupplung auf.
Bei meiner Domi hatte ich bei der Überholung des Motors damals nur die Kupplungsfedern getauscht - die Scheiben waren noch fast neuwertig. Nun nach knapp 33.000km rutscht die Kupplung beim Beschleunigen im dritten wieder manchmal durch. Ausserdem läßt sie sich bei heißem Motor manchmal schlecht schalten - Zeit also, mich zum ersten mal näher mit der Kupplung zu beschäftigen ;) Bisher habe ich nur die Federn ausgetauscht.

Nach Abbau des Kickstarters (so man einen hat ;) ) und der Ölleitung stecke ich die Hohlschrauben gleich an die richtige Stelle (verwechslungsgefahr siehe viewtopic.php?f=8&t=178). Die Kickstarterwelle wird abgeklebt, um den Dichtring zu schonen.

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Mit sanften Schlägen mit dem Gummihammer läßt sich der Deckel lockern. Ohne Kickstarterwelle gehts etwas einfacher. Bevor ichs vergesse wird gleich das Sieb kontrolliert.

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Nach 33.000km ein paar wenige Späne. Könnte aber sein, das diese von dem Zylinderkopfschaden anno 1995 stammen, da ich den Motor danach nicht komplett zerlegt habe. Rechts hinter dem Ölpumpenrad der O-ring des Grauens, der nur locker auf der Ölpumpe sitzt und sich gerne mal verdünnisiert. Daher parkt man bei Kupplungsarbeiten die Domi am besten auf den Seitenständer, damit der O-Ring nicht so leicht rausfällt.

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domifan
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Re: NX650 Workshop Kupplung

Beitrag von domifan » Fr Feb 14, 2020 3:56 pm

scrambler hat geschrieben:
Fr Feb 14, 2020 3:19 pm
die Kupplungsfedern sind so alle 50.000km fällig
Moin,

da habe ich (km-Stand nun 31.000km) noch etwas Zeit, da brauche ich bestimmt noch 4-5 Jahre :) . Aber sich rechtzeitig nach Ersatz umsehen kann nie schaden - welche Kupplungsfedern sind denn empfehlenswert?

Danke!

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scrambler
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Re: NX650 Workshop Kupplung

Beitrag von scrambler » So Feb 16, 2020 7:41 am

domifan hat geschrieben:
Fr Feb 14, 2020 3:56 pm
da habe ich (km-Stand nun 31.000km) noch etwas Zeit, da brauche ich bestimmt noch 4-5 Jahre :) . Aber sich rechtzeitig nach Ersatz umsehen kann nie schaden - welche Kupplungsfedern sind denn empfehlenswert?
Gute Frage. Langer hat damals im alten Domi Forum die Federkräfte von orginalen und Lucas Federn neu und nach 18.000km gemessen und herausgefunden, das die Lucas Federn neu etwas härter sind, aber noch schneller als die originalen erlahmen
Werte Kupplungsfedern NX650 Dominator.pdf
Teilweise wurde auch nach der Montage von Zubehör Federn über eine nicht mehr trennende Kupplung berichtet.

Ich nehme daher originale auch wenn die nicht das ewige Leben haben. Hier wären mal die Auto-schrauber gefragt: langer hatte damals die ventilfedern aus irgendeinem Automotor genommen, die sollen nicht (oder jedenfalls nicht so schnell) erlahmen ... leider ist nicht bekannt, aus welchen Motor die stammen.
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Re: NX650 Workshop Kupplung

Beitrag von scrambler » So Feb 16, 2020 8:14 am

Mal mit der Zerlegung der NX650 Kupplung weitergemacht. Nach dem Lösen der 4 M6 Schrauben können die Federn herausgenommen werden - wie erwartet sind sie nicht untermaßig (Neuwert lt. WHB 44,7mm, Verschleissgrenze 43,1mm). Sind sie eigentlich nie, die entspannte Länge ist einfach kein Indiz für eine nachlassende Federhärte.

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Danach kann die Druckplatte abgenommen werden, die schon leicht riefig (sieht man auf dem Bild nicht gut) ist und was auffällt ist das Lager der Druckplatte, das auf dem Stößel der Druckstange sitzt. laut WHB sollte es eigentlich fest in der Druckplatte sitzen. Daher werde ich ein neues Lager nehmen und es zusätzlich einkleben, eine neuwertige Druckplatte habe ich noch von einem FMX Motor.

Das Lager der Dominator Kupplungs Druckplatte ist ein Standart Lager - nehme an, das es sich um eines wie üblich mit erhöhter Lagerluft handelt https://www.ebay.de/itm/1-Stk-FAG-Rille ... 2749.l2649 ?

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Auch die Reibscheiben sind nach 100.000km noch nicht untermaßig - werden aber trotzdem ausgetauscht.

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Re: NX650 Workshop Kupplung

Beitrag von scrambler » Mi Feb 19, 2020 9:47 am

Nach dem Herausnehmen der Kupplungsscheiben kann der Dominator Kupplungskorb inspiziert werden. Die Lauffläche des inneren Korbs ist schon ziemlich eingelaufen und riefig. Da ich sowieso neuwertigen Ersatz (aus einem FMX650 Motor viewtopic.php?f=8&t=1625&hilit=fmx650) habe wird er ausgetauscht.

Der äussere Kupplungskorb schaut in Anbetracht der 100.000km eigentlich nicht schlecht aus, die Rattermarken sind nicht sehr ausgeprägt. Da wird ja gemeinhin empfohlen, die mit einer Feile zu glätten - bringt das überhaupt was oder ist das womöglich kontroproduktiv?

Ersatz ist leider nicht in Sicht, der FMX650 Kupplungskorb war beschädigt und ein Neuteil ist angesicht des Preises pure Utopie (ca 900€ in D und immer noch 280$ in den USA - plus Versand/Steuern).

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Um den Kupplungskorb auszubauen muss die Zentralmutter gelöst werden. An der Stelle möchte ich ausdrücklich davor warnen, hierzu den Korb mit einem selbst gebastelten Halter zu blockieren - der spröde Aluguss bricht leicht :roll:

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Noch so eine ungelöste Frage: wann sollte man die Steuerkette wechseln. Das Werkstatthandbuch schweigt sich hierzu aus. Ein Indiz wäre, wenn sie so stark gelängt ist, das die Steuerzeiten nicht mehr stimmen. Vor 33.000km waren sie jedenfalls noch ok. Bei der NX250 kann man optisch den Verschleiß erkennen, denn nach einiger Laufzeit werden die Nasen der Kettenglieder regelrecht breit geklopft (was für hakende Glieder sorgt http://nx650.nx250.de/albums/userpics/1 ... hain12.JPG) und ausserdem zeigen die Innenseiten der Laschen deutlichen Verschleiß. Bei dieser NX650 Steuerkette ist nach 100.000km allerdings nichts zu erkennen.

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Re: NX650 Workshop Kupplung

Beitrag von Enola Gay » Mi Feb 19, 2020 9:22 pm

scrambler hat geschrieben:
Mi Feb 19, 2020 9:47 am
Der äussere Kupplungskorb schaut in Anbetracht der 100.000km eigentlich nicht schlecht aus, die Rattermarken sind nicht sehr ausgeprägt. Da wird ja gemeinhin empfohlen, die mit einer Feile zu glätten - bringt das überhaupt was oder ist das womöglich kontroproduktiv?

Noch so eine ungelöste Frage: wann sollte man die Steuerkette wechseln. Das Werkstatthandbuch schweigt sich hierzu aus. Ein Indiz wäre, wenn sie so stark gelängt ist, das die Steuerzeiten nicht mehr stimmen. Vor 33.000km waren sie jedenfalls noch ok. Bei der NX250 kann man optisch den Verschleiß erkennen, denn nach einiger Laufzeit werden die Nasen der Kettenglieder regelrecht breit geklopft (was für hakende Glieder sorgt http://nx650.nx250.de/albums/userpics/1 ... hain12.JPG) und ausserdem zeigen die Innenseiten der Laschen deutlichen Verschleiß. Bei dieser NX650 Steuerkette ist nach 100.000km allerdings nichts zu erkennen.
Hallo Michael;

bei deiner NX650-Kupplung ist nicht nur die Kupplungs-Nabe (inneres Teil) verschlissen, sondern auch der Kupplungs-Korb (äußeres Teil) ist so nicht mehr zu verwenden. Man kann zwar die 'Ratter-Marken' an dem Kupplungs-Korb mit einer Schlüssel-Feile herausfeilen - und dann in Verbindung mit 'neuen' Reibscheiben die Funktion vorübergehend wieder herstellen - allerdings wird der zukünftige Verschleiß - aufgrund des vergrößerten Spiels wesentlich schneller voranschreiten und das Ganze wird nur wenige 1.000 km halten.

Zur Steuerkette - wir hatten während des Motoren-Seminars ausreichend 'Anschauungs-Material' zur Verfügung (ich selbst habe leider keine Bilder gemacht) einige Teilnehmer haben aber fleißig fotografiert. Wir haben dabei 3 gelaufene Steuerketten mit einer 'neuen' Steuerkette verglichen. Alle drei (gelaufenen) waren deutlich sichtbar gelängt - und zwar 'ohne' die inneren 'Rattermarken' die bei deiner Steuerkette bestehend waren.
Also den Verschleiß bei deiner NX650 Steuerkette kannst Du nur ermitteln, wenn Du eine 'neue' unbenutzte Steuerkette daneben spannst ;) .
M.E. hat eine Steuerkette nach 50.000 km (max.) ihre Lebensdauer bereits überschritten. Und wenn ich einen Motor bei 40.000 zerlege, dann werfe ich sie ebenfalls unbesehen weg - die Teilekosten bis dahin sind auch nicht ganz unerheblich ... - und 'kurzfristig etwas sparen, um dann nur wenige km später das Ganze nochmal zu machen ...;

mfG. Herbert

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