NX650 Kupplungsfedern wechseln

Wenns klappert, an der Ampel abstirbt oder kein Zündfunke waltet
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scrambler
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NX650 Kupplungsfedern wechseln

Beitrag von scrambler » So Mai 07, 2017 7:56 am

Hallo Zusammen,

die Kupplung der Domi braucht in der Regel wenig Aufmerksamkeit, allerdings ist bekannt, das oft schon nach 30.000-40.000km die Kupplung an zu rutschen anfängt, oft nach dem Umstieg auf ein anderes Öl. Ursache sind wohl die nicht besonders hochwertigen Kupplungsfedern. Langer aus dem Domiforum hat sich damals die Mühe gemacht, die Federkraft neu & gebraucht zu messen und dabei festgestellt, das sie bereits nach 13000km deutlich erlahmen http://89232.forumromanum.com/member/fo ... user_89232.

Bei rutschender Kupplung ist also möglichst bald ein Wechsel der Federn angesagt - bevor die Reibscheiben zu sehr verschleissen. Der Austausch ist eigentlich einfach, es gibt jedoch zwei Fallstricke, in die offensichtlich vor ein paar Jahren ein Ebay Verkäufer tappte: "habe die Kupplung getauscht, danach klapperte der Motor".

Nach dem Ablassen des Öls aus dem Motorgehäuse entfernt man noch die Hohlschrauben der Ölsteigleitung, so kann diese zur Seite geschoben werden und der Kupplungsdeckel abgenommen werden. Dabei merken, welche Hohlschraube wohin kommt (das WHB weist gemeinerweise nicht darauf hin) - die olivfarbene mit der großen Bohrung unten, die verzinkte mit der kleinen Bohrung unten).

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Vor der Abnahme des Kupplungsdeckel die Welle des Kickstarters mit Klebeband tapen (so man eine Ur-omi hat ;)), damit der Simmering nicht beschädigt wird. Das Motorrad sollte dabei unbedingt auf dem Seitenständer stehen - denn auf der Ölpumpe sitzt nur sehr locker eine Alubuchse samt O-Ring, die sehr leicht rausfallen.

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Ich hatte zwar vor 3 Jahren bereits die Kupplungsfedern erneuert, allerdingt mit 10% verstärkten aus dem Zubehör - die mir dann zu hart waren. Und da ich wegen des leckenden Kickstarterwellensimmerings sowieso den Deckel runternehmen mußte wurden die Federn nun gegen orginale ausgetauscht. Übrigens vermute ich, das der Grund, warum Zubehörfedern immer 10% verstärkt sind folgender ist: Langer (siehe link oben) hatte nämlich auch Zubehörfedern gemessen und festsgestellt, das diese sogar noch schneller erlahmen als die originalen. Vermutlich soll also nur die Haltbarkeit etwas gestreckt werden ;) . Der kleinere Simmering oben auf dem Bild ist der im Kupplungsdeckel für den Kurbelwellenstumpf - dieser sollte bei der Gelegenheit kontrolliert werden.

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Nach dem Austausch der Federn die Alubuchse samt Oring mit zähmen Fett in die Ölpumpe "einkleben", damit sie nicht rausfällt. Was nicht schaden kann: die obere Hohlschraube der Steigleitung anziehen und dann wieder leicht lösen. Läßt man den Motor an, muss da innerhalb von Sekunden Öl rauskommen, sonst stimmt was nicht. Sei es, das die Alubuchse unbemerkt rausgefallen ist, oder das Luft in der Ölpumpe die Förderung verhindert. Im letzteren Fall kann die Ölpumpe entlüftet werden, indem der Rahmentank mit einer Fahrradpumpe, großen Einwegspritze oder Kompressor etwas unter Druck gesetzt wird.

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