Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Wenns klappert, an der Ampel abstirbt oder kein Zündfunke waltet
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scrambler
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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von scrambler » Di Jun 04, 2019 7:03 am

walli777 hat geschrieben:
Di Mai 28, 2019 2:09 pm
Bei meiner Domi haben wir letzten einen Ölwechsel gemacht und 2L Öl eingefüllt.
Raus gekommen sind 1,9L, ich hatte zwischenzeitlich mal ca 0,1L Öl nachgefüllt.
0,2l Ölverbrauch auf 3000km? das wäre absolut rekordverdächtig und würde sogar Langer vor Neid erbleichen lassen :)

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langer
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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von langer » Di Jun 04, 2019 10:04 am

scrambler hat geschrieben:
Di Jun 04, 2019 7:03 am
...0,2l Ölverbrauch auf 3000km? das wäre absolut rekordverdächtig und würde sogar Langer vor Neid erbleichen lassen :)
Bis vor 2 Jahren hätte mich das nur fast erblassen lassen, ;) bis 50 tkm lag der Verbrauch bei max 0.1
und bis 80 tkm bei max 0.25 Ltr auf 3000 :)
Bin jetzt mit ~90 tkm bei knapp 0.15 Ltr. auf 1000 :shock: angekommen was mich schon beschäftigt...
Glaube da rächen sich jetzt die ersten 3 Jahre. Hab sie da leider doch öfters ganz schön gescheucht.

Was aber konstant über die ganzen Jahre, vom km Stand 11k beim kauf bis heute zu beobachten war;
ab ziemlich genau 3000 km lässt das Öl beim Verhalten des Öldruck (in verschiedenen Betriebssituationen)
sowie bei der konstanz des Rahmenstand (insb. warm abgestellt) rapide nach.
Bis 3000 ist alles konstant gut, ab recht genau 3tkm ist, als wäre ein Schalter umgelegt worden
ein regelrecht "steiles abstürzen" dieser Eigenschaften zu beobachten.
Grüsse langer 8-)
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steffen
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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von steffen » So Jun 23, 2019 12:55 pm

langer hat geschrieben:
Di Jun 04, 2019 10:04 am
Bis vor 2 Jahren hätte mich das nur fast erblassen lassen, ;) bis 50 tkm lag der Verbrauch bei max 0.1
und bis 80 tkm bei max 0.25 Ltr auf 3000 :)
Bin jetzt mit ~90 tkm bei knapp 0.15 Ltr. auf 1000 :shock: angekommen was mich schon beschäftigt...
Glaube da rächen sich jetzt die ersten 3 Jahre. Hab sie da leider doch öfters ganz schön gescheucht.
Das ist immer noch extrem gut.
Mein 93er Motor, den ich jetzt beim km-Stand von knapp 110.000 km ausgebaut habe, hat lange Zeit auch kaum Öl gebraucht. Selbst bei 80.000km waren es ca. 0,3l / 1000km, was ich noch als vertretbar empfunden habe. Danach ging er aber stetig und rapide nach oben.
Auf der Fahrt nach Italien letztes Jahr musste ich alle 1000 km gut einen Liter nachkippen. Die Geräuschkulisse des Motors war aber unauffällig. Man hörte bei kaltem bzw. wenn der Motor halbwarm war etwas Geklackere vom Ventiltrieb. Das ging aber mit steigender Motortemperatur wieder weg.
Aber letzten Endes ist ein so hoher Ölverbrauch indiskutabel wenn man nur über ein Gesamtölvolumen von 2 Liter verfügt.
Was aber konstant über die ganzen Jahre, vom km Stand 11k beim kauf bis heute zu beobachten war;
ab ziemlich genau 3000 km lässt das Öl beim Verhalten des Öldruck (in verschiedenen Betriebssituationen)
sowie bei der konstanz des Rahmenstand (insb. warm abgestellt) rapide nach.
Bis 3000 ist alles konstant gut, ab recht genau 3tkm ist, als wäre ein Schalter umgelegt worden
ein regelrecht "steiles abstürzen" dieser Eigenschaften zu beobachten.
Ja, diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Dann wird es echt schwierig, den Ölstand zuverlässig zu messen, weil das Öl sofort wieder in den Sumpf zurückläuft. Frisches Öl macht das irgendwie nicht so schnell.

Gruß,
Steffen

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scrambler
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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von scrambler » Mo Jun 24, 2019 8:16 am

steffen hat geschrieben:
So Jun 23, 2019 12:55 pm
Selbst bei 80.000km waren es ca. 0,3l / 1000km, was ich noch als vertretbar empfunden habe. Danach ging er aber stetig und rapide nach oben.
Auf der Fahrt nach Italien letztes Jahr musste ich alle 1000 km gut einen Liter nachkippen.
Ich vermute, das der Austausch der ausgelutschen Ölpumpe den Ölverbrauch reduzieren würde. Der Austauschmotor, den ich ein paar Jahre drin hatte, lief ein paar 10.000km problemlos (ausgenommen als ich damals beim Alpenkratzen das Ölwechselintervall überzogen habe und dann auch ständig nachfüllen mußte :roll: ) bis er auch plötzlich anfing, viel mehr Öl zu verbrauchen. Gleichzeitig bemerkte ich, das die Ölpumpe während der fahrt nicht mehr in der Lage war, den Pegel auf "max" zu halten, ca 1/2l Öl verlagerten sich zusätzlich ins Motorgehäuse (wetsumping https://nx650dominator.de/Kontrolle-Oel ... etsumping/). Das hat sich dann auch durch merkbar stärkere Vibrationen bei schnellerer Fahrt bemerkbar gemacht, außerdem ließ sie sich deutlich schlechter schalten. Das zusätzliche Öl wurde ziemlich schnell über die Entlüftung rausgepustet, dann wurden auch die Vibrationen geringer. Der effekt des Wetsumping wurde geringer wenn weniger als max eingefüllt wurde, was auf Dauer natürlich auch keine Lösung ist - daher habe ich dann den überholten originalen Motor wieder eingebaut.

Übrigens: hast du den alten Motor noch? Mich würde mal ein aussagekräftiges Bild der Getriebeabtriebswelle interessieren - bei meinen Motoren hat die Feinverzahnung deutlich mehr Abrieb viewtopic.php?f=8&t=1494

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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von scrambler » Sa Sep 07, 2019 7:39 am

Da auch das Motul 7100 15W50 keinen meßbaren Einfluss auf den Ölverbrauch meiner Domi hatte wurde beim letzten Ölwechsel noch eine Schippe draufgelegt mit einem Motul 7100 20W50, das also ein noch etwas dickeres Grundöl hat. Auch mit diesem gab es keinen negative Auswirkungen auf Schaltbarkeit, Kupplung etc. Der Ölstand im Rahmentank hat sich etwas besser gehalten, was aber auch am gleichzeitig montierten Ölkühler liegen könnte. Der Ölverbrauch hat sich allerdings nun nach 3000km nicht geändert - dickerem Öl und Kühler zum Trotze. Daher werde ich wohl mit dem relativ hohen Ölverbrauch leben müssen. Alle 1000km ca 0,25l Öl nachzufüllen ist zwar noch erträglich, trotzdem sollte der Verbrauch niedriger sein, da Kolben und Zylinderkopf vor 27.000km überholt wurden. Evt. ist das ja auch eine Folge des "getunten" Zylinderkopfs, der vermutlich für den sehr geringen Benzinverbrauch verantwortlich sein dürfte. Da ich noch einen "normal" überholten Zylinderkopf auf Lager habe könnte ich das ja mal testen, habe aber keine Lust, den Motor dafür zu zerlegen ;)

In Zukunft nehme ich dann das Motul 7100 10W40, das dürfte dank Ölkühler auch im Sommer reichen.

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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von Dominator » Fr Sep 13, 2019 6:09 am

Meine 88er hat mit mineralischen 10W40 Procycle ca 0,3l Öl verbraucht. Nächstes Jahr werde ich aber auch mal das Motul testen, soviel teurer ist es ja nicht.

LG, Manfred

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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von scrambler » Fr Nov 01, 2019 7:08 am

Noch ein viertes und damit ein letztes Mal in 2019 das Öl der Dominator abgelassen. Da ich für ein paar hundert km mehr nicht noch einen Ölwechsel machen wollte hatte ich diesmal das Wechselintervall überzogen - dann wurden es doch noch mehr als 5000km. Der Ölverbrauch stiegt dabei merklich an, die ersten 3000km mußte ich alle 1000km (jeweils ca 0,25l) Öl nachfüllen, dann alle 500km und schließlich alle 350km.

Beim Ölablassen wird der nun montierte Ölkühler vollgekleckert, aber da habe ich schon eine Idee wie in Zukunft der Wechsel ohne Kleckern möglich sein sollte.

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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von nabu kudurri usur » Fr Nov 01, 2019 10:58 am

Weiß eigentlich jemand ganz sicher, welche Auswirkungen der Mahlvorgang im Motorradgetriebe auf die Viskosität von Mehrbereichsöl hat? Mein Kenntnisstand: Mehrbereichsöl besteht aus einem dünnen Grundöl, dem Viskositätsverbesserer beigefügt werden. Diese Verbesserer sind lange Moleküle, die das Getriebe im Laufe der Zeit zerhackt. Über die Folgen habe ich aber völlig verschiedene Aussagen gelesen. Die einen Veröffentlichungen behaupten, dass aus einem 10 W 50 später ein 20 W 50 wird. Die anderen meinen, dass der Verlust am oberen Ende der Viskositätsskala eintritt, dass also aus dem 10 W 50 ein 10 W 40 wird. Was stimmt denn nun? Beide Aussagen habe ich aus durchaus seriösen Quellen.

Im Anhang eine Liste zu technischen und wirtschaftlichen Details von Ölen, die ich mir vor einigen Tagen als Überblick angelegt habe. Für die mäßige optische Qualität bitte ich um Nachsicht. Ich habe keine Ahnung, wie man ein Worddokument hier integrieren kann. Ich musste das Dokument erst ausdrucken und dann scannen. Interessant finde ich, dass das 10 W 50 bei 40 Grad Celsius zähflüssiger ist als das 15 W 40!

Grüßle

Wolf-Ingo
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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von die Cobra » Di Dez 10, 2019 12:08 am

10 W 50 bei 40 Grad Celsius zähflüssiger ist als das 15 W 40

Das ist ganz klar, die erste zahl steht für kalte Außentemperaturen, die zweite Zahl für warme Außentemp.
D.h. das 50er öl wird erst bei einer AT ab 50 °C flüssiger.
Früher, bei Einbereichsölen, wurde im Winter ein 10er Öl und im Sommer ein 50er Öl gefahren.
Mittlerweile fahre ich ein 10W60 für thermisch belastete Motoren.
Fährt sich super, vor allem das Schalten geht wie Butter.
Das alte Öl bekommt keine andere Viskosität, sondern es wird durch die Hitze und den Zahnrädern einfach vernichtet. Die Stoffe/Additive, die schmieren sollten, gibt es nicht mehr. Je mehr Additive, desto empfindlicher das Öl.

Grüße
Andi

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Re: Motul 7100 15W50 - Ölverbrauch NX650

Beitrag von scrambler » Di Dez 10, 2019 7:40 am

nabu kudurri usur hat geschrieben:
Fr Nov 01, 2019 10:58 am
Weiß eigentlich jemand ganz sicher, welche Auswirkungen der Mahlvorgang im Motorradgetriebe auf die Viskosität von Mehrbereichsöl hat? Mein Kenntnisstand: Mehrbereichsöl besteht aus einem dünnen Grundöl, dem Viskositätsverbesserer beigefügt werden. Diese Verbesserer sind lange Moleküle, die das Getriebe im Laufe der Zeit zerhackt. Über die Folgen habe ich aber völlig verschiedene Aussagen gelesen. Die einen Veröffentlichungen behaupten, dass aus einem 10 W 50 später ein 20 W 50 wird. Die anderen meinen, dass der Verlust am oberen Ende der Viskositätsskala eintritt, dass also aus dem 10 W 50 ein 10 W 40 wird.
Hallo Wolf-Ingo,

leider kann ich zu dem Thema auch nix handfestes beitragen. Laut dieser Quelle kommt es bei der Ölalterung tatsächlich zur Verdickung http://www.chemieunterricht.de/dc2/auto/motoroel.htm. Mir ist schon auch aufgefallen, das beim Ölwechsel das Öl aus dem Rahmentank der Dominator dünnflüssiger zu sein scheint als das aus dem Motorgehäuse, das schon eher teerartig ist - anscheinend reichern sich da die Rückstände an.

Meine Vermutung zur Viskosität vs Getriebe Diskussion: wahrscheinlich spielt das nur eine untergeordnete Rolle bei der Ölalterung. Die NX250, die ja konstruktiv sehr ähnlich ist, hat 12.000km Ölwechselintervalle und selbst nach dieser Distanz sieht das Öl nicht annähernd so schwarz aus wie bei der 650er nach 3000km. Gravierender Unterschied zwischen NX250 und NX650 sind die Öltemperaturen. Bei der 250er werden dank Wasserkühlung selbst bei hohen Außentemperaturen und schneller Fahrt kaum mehr als 90°erreicht viewtopic.php?f=4&t=1492&start=10 . Während es bei den gleichen Bedingungen bei der Domi 120-130C° wären - mindestens. Laut liqui-moly beginnen sich aber schon bei 120C° die Additive zu zersetzen und der optimale Bereich für die Langlebigkeit des Öls wäre 80-90C° https://forum-liqui-moly.de/index.php/f ... motoroelen.

Liqui Moly weist in dem Link auch darauf hin, das die Viscosität nichts mit der Temperaturbeständigkeit zu tun hat. Deswegen haben meine ganzen Viskositätsversuche nix gebracht - egal ob 5W oder 20W, nach 3000km sind sie alle am Ende und der Ölverbrauch steigt.

Vermutlich bringt ein Ölkühler nicht unbedingt eine langsamere Alterung des Öl - er kühlt das Öl zwar runter, es wird aber vorher am sehr heißen Zylinderkopf der 650er regelrecht verkocht (bei der 250er dank Wasserkopf nicht ;) ). Bester Beleg für diese Hypothese ist Langers Domi - größter bekannter Ölkühler mit max 80C° Öltemperatur (wenn ichs noch richtig weiss) und trotzdem macht sein Öl nach 3000km schlapp (siehe sein Beitrag weiter oben).

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