Gabelumbau NX250

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Gabelumbau NX250

Beitrag von scrambler » Do Apr 03, 2014 6:30 am

Hallo Zusammen,

um dem Motortuning gerecht zu werden ;) sollte auch eine stärkere/längere Gabel in meine frisch überholte Nixe rein. Das Hauptproblem dabei: das Steuerkopfrohr ist länger als das von XL600, NX650 & co. Dieses muss also ausgepreßt und in die neuen Gabelbrücken eingepreßt werden. Aus dem Netz wußte ich schon, das wegen des erforderlichen, sehr hohen Druckes das nur ein Profi machen kann - ich habs dann beim bekannten Fahrwerksspezialisten Hofmann machen lassen, der ganz in der Nähe werkelt http://www.hh-racetech.de/. Leider stand Honda bereits Ende der 80er unter Kostendruck und viele Bauteile wurden nicht mehr ganz so wertig ausgeführt - so sind die Gabelbrücken von NX650 und Transalp aus schnöden Stahl und mit dem Steuerkopfrohr verschweißt, weshalb diese nicht für den Umbau verwendet werden können. Gabelbrücken der XL600R (zweite Ausführung mit 41mm Gabel) hingegen sind noch aus Alu.
NX250_XL600_GB_unten.jpg
Man beachte auch den extremen Leichtbau, der betrieben wurde: im Vergleich zur XL600R Gabelbrücke wirkt die von der Nixe sehr filigran, auch deren Steuerkopfrohr ist aus Alu. Aus diesem Grund habe ich auch immer etwas Bedenken, wenn man die serienmässige Gabel der NX verlängern will.

Ein anderer Aspekt, der beachtet werden muss ist der geringe offset der Gabelbrücke, nur ca 17mm. Die XL hat ca 7mm mehr, d.h. der sowieso schon sehr geringe Nachlauf der 250er würde nochmals um ein paar mm kleiner werden. Auf dem Papier könnte das zu einer Instabilität bei höheren Geschwindigkeiten führen, man könnte das aber ausgleichen, indem man eine etwas längere Gabel nimmt. In der Praxis wird man das aber durch Fahrversuche ausprobieren müssen.
gabeloffset.jpg
Mit 41mm Bohrung hat man nun einige Auswahl bei der Gabelsuche. Die Transalpgabel ist gleichlang wie die der Nixe und hat aber 3cm weniger Hub, schied also schon mal aus. Die Gabeln von XL600R, NX650 (RD02) und XR250R (96-04) sind ca 4-5cm länger und bieten bis zu 4cm mehr Hub - entschieden habe ich mich dann für die der NX650. Hauptsächlich, weil nur diese von den dreien Halterungen für einen tiefen Kotflügel hat, den ich bei Winterbetrieb unbedingt brauche ;) .
Gabel_vergleich..jpg
Noch ein weiterer Vorteil der NX650 Gabel: da die Abstimmung für ein fast 50kg schwereres Motorrad gedacht war, müßten bei der NX250 die serienmässigen 650er Gabelfedern ausreichen und man spart sich die teuren (inzwischen 119€) Hyperpro Gabelfedern. Wodurch insgesamt dieser Gabelumbau garnicht mal soviel teurer kommen würde ;) .

Gruß, Michael
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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von scrambler » Fr Apr 04, 2014 4:16 pm

und weiter geht's. Auch wenn die Räder noch nicht fertig sind wurde die Nixe mit den alten Endurorädern und der Domigabel wieder zum rolling chassis komplettiert. Leider mußte ich vorerst auf den Aluschwingenscheibenbremsumbau verzichten - die Rabnabe der 650er war zu breit für die Aluschwinge der AX-1.

Und was mir schon bei der Montage auffiel: das eigens in der Bucht besorgte White Power Federbein scheint ein paar mm länger als Serie zu sein. Damit und mit der langen Gabel wird die NX nun ganz schön hoch (man beachte die Aluschüssel unter dem Seitenständer) - mit meiner etwas aufgepolsterten Sitzbank komme ich (mit knapp 1,80m Größe) nur noch mit den Zehenspitzen auf den Boden. Mir eigentlich zu hoch - vermutlich werde ich doch mal eins dieser YSS Federbeine mit einem cm weniger Hub ausprobieren und vorne doch die kürzere Gabel der Transalp montieren.

Vermutlich dürfte es bei dem White Power federbein sogar um eines aus den legendären Marlboro Maschinen handeln - diese wurden anschließend nach Deutschland zurückgebraucht und verkauft.

Bild

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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von scrambler » Sa Mai 03, 2014 7:33 am

und weiter gehts ;). Erste Probefahrten wurden mit den großen Endurorädern unternommen, weil diese noch den stabilsten Geradeauslauf versprechen. Damit fährt sie sehr ruhig, auch bei höheren Geschwindigkeiten, so das man das Projekt NX650 Gabel schon mal als erfolgreich betrachten kann :D
Daher habe ich gleich mal eine kleine 17er "Sumo" Felge ausprobiert. Auch trotz der deswegen abgesenkten Front fährt sich die Nixe noch recht stabil, oberhalb 110 km/h wird sie aber spürbar nervös, wenn man sich nach vorne setzt - das kenne ich aber auch schon mit der serienmässigen Gabel. Vermutlich werde ich aber mal noch ein kürzeres Federbein ausprobieren, ob sie dann damit noch stabiler liegt
nx650gabel_sumo.jpg
Die Bremsanlage mußte auch angepaßt werden, denn die Bremssättel der NX250 passen nicht an die 650er Gabel. Hier habe ich einfach den Bremssattel der 650er genommen - dieser hat größere Bremskolben (30mm vs 28mm) was auch schon mal bessere bremsleistung/geringere Handkraft verspricht. Und tatsächlich läßt sich dem Reifen nun leicht ein Pfeiffen beim Anbremsen entlocken, bei Nässe ist allerdings Vorsicht geboten.
sumo_vorderrad_neu.jpg
Denn am Mittwoch wurde (im strömenden Regen) schon mal die entscheidende Hürde genommen - der komplette Gabelumbau wurde erfolgreich TÜV abgenommen! War kein Problem, da diese ja von einem schwereren Motorrad stammt. Die Gabelholme haben übrigens das Kürzel "MN9" eingegossen, was bei der Eintragung hilfreich ist - denn irgendwie müssen die Teile ja für spätere TÜV Termine gekennzeichnet sein.
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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von scrambler » Di Mai 13, 2014 7:37 pm

Die Hinterradfelge ist nun auch zurück - die orginale 2.50-16 Felge wurde pulverbeschichtet und wie gehabt mit edelstahlsteichen eingespeicht. Wenn dann morgen oder übermorgen die Sitzbank kommt, ist die Überholung meiner Nixe endlich abgeschlossen und ich hab was zum vorzeigen ;)
sumo_hinterrad.jpg
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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von youngrider » Do Mai 15, 2014 10:53 am

Was hat das bestrahlen gekostet?

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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von scrambler » Do Mai 22, 2014 7:12 am

youngrider hat geschrieben:Was hat das bestrahlen gekostet?
strahlen war nicht teuer, ca 20€ -teuer war die zweimalige beschichtung (ist wohl nötig, weil alufelgen ausgasen können, was die beschichtung beschädigt) so daß das beschichten einer Felge ca 80 euro kostet. Bei dem enduro-Radsatz werde ich aber die Felgen selbst lackieren, mal sehen, wie gut das hält.

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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von ktm360 » Mi Jan 28, 2015 6:34 am

@ Scrambler
scrambler hat geschrieben:Die Hinterradfelge ist nun auch zurück - die orginale 2.50-16 Felge wurde pulverbeschichtet und wie gehabt mit edelstahlsteichen eingespeicht. Wenn dann morgen oder übermorgen die Sitzbank kommt, ist die Überholung meiner Nixe endlich abgeschlossen und ich hab was zum vorzeigen ;)
sumo_hinterrad.jpg
Hallo
Meine Vorstellung kommt noch, mir war jetzt aber erstmal wichtig eine Anmerkung zum Pulverbeschichten von Alufelgen loszuwerden,
das kann unter Umständen schlecht ausgehen.
Ich hatte in unserer Fachzeitschrift "Der KFZ-Betrieb" einen Artikel gelesen in dem stand daß beim Pulverbeschichten mit Einbrenntemperaturen
um die 200 Grad Celsius eine Schwächung der Aluminiumfestigkeit um etwa 60 Prozent stattfindet.
Legt mich jetzt nicht hundertprozentig auf die Temperatur und die Prozent fest, ich bin jedenfalls erstmal erschrocken,weil ich
selber auch schon mit dem Gedanken an eine Pulverbeschichtung von (Auto) Alufelgen gespielt hatte.

Was Jetzt interessant wäre, ist die Einbrenntemperatur, die bei der Beschichtung "Gefahren" wurde.
ich versuche mal, den Artikel Wiederzufinden und ihn unten anzuhängen.
MD21-1988, MD25-1991, MD25-BJ 1991 EZ1996, KTM 360 Zwee-Daggder mit Straßenzulassung-1997, KTM Duke 620-1997.

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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von scrambler » Mi Jan 28, 2015 4:32 pm

Hi,

hab den betreffenden Artikel gefunden http://www.tuev-sued.de/tuev-sued-konze ... -alufelgen. Allerdings wird im dem Artikel munter das thermische Entlacken (wo das Werkstück tatsächlich über mehrere Stunden erhitzt wird - allerdings macht das m.W. niemand mit Alufelgen) mit dem Pulverbeschichten selbst vermischt:
Dabei zeigte sich, dass nach drei Stunden bereits bei 200 Grad Celsius ein Härteabfall von 5 Prozent messbar war. Bei noch höheren Temperaturen fällt der Härtegrad enorm ab: bei 250 Grad Celsius/3 Stunden büßt das Rad bereits 40 Prozent seiner Stabilität ein.
Meines Wissens werden beim Pulverbeschichten die Felgen nur bei 180C für 45 min erhitzt - die Festigkeit dürfte daher nur um wenige % nachlassen (wenn überhaupt). Bei Speichenrädern dürfte das wohl ungefährlich sein, da die Felge ja weicher wird, kann sie höchstens leichter eine Delle bekommen und nicht spröde brechen. Bei Gußfelgen könnte das schon eher ein Problem sein, da diese ja angeblich plötzlich brechen können – allerdings habe ich selbst bei Autorädern noch nie gelesen, das das tatsächlich nach einer Pulverbeschichtung auch mal passiert ist. Natürlich sollte man die Felgen nur zu einem fachbetrieb bringen und dann kann auch nicht schaden, den Pulverbeschichter auf die thematik anzusprechen.

Da stellt sich dann schon die Frage, was das ganze soll – da aber der Tüv inzwischen ein Unternehmen mit Zwang zur Gewinnmaximierung ist handelt es sich wohl meiner unmaßgeblichen Meinung nach um den Versuch, sich Mehreinnahmen zu verschaffen – Pulverbeschichter können gezwungen werden, teure Typ-Prüfungen vornehmen zu lassen, dem Kunden kann man die Abnahme gepulverter Felgen ohne Zertifikat verweigern und zur teuren Nachprüfung antanzen lassen (mal ganz abgesehen davon, das man die schönen gepulverten Felgen wegwerfen kann ).

Deswegen sollte man bei der nächsten HU vorsichtig sein, wenn der Prüfer beiläufig fragt: „die Felgen, sind die pulverbeschichtet?“ und sich dumm stellen ;)

Gruß, Michael

ktm360
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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von ktm360 » Mi Jan 28, 2015 7:35 pm

Hallo
Da hat mich meine Erinnerung doch etwas getäuscht. Trotzdem ist das mit der Wärmebehandlung ein interessantes Thema, wer kann sagen,
was der Beschichter für Temperaturen Fährt und wie Lange ? Da hilft einfach nur Nachfragen und abwägen.
Dass es durch Wärmebehandlung zu Gefügeveränderungen kommt, ist auch beim Verarbeiten von Stahl bekannt (z.B. Schweißen mit
Versprödung um die Schweißnaht herum). Ich fand es allerdings auch erschreckend dass bei Aluminium Schon 250 Grad ausreichen um
das Material zu Schwächen.
Auch muss ich dazusagen, dass ich auch noch keine wegen Pulverbeschichten gebrochene Felge hatte. (nur wegen Unfällen)
Anbei noch den Artikel aus dem KFZ-Betrieb, dort steht auch noch, dass Wärmebehandlungen sogar Verboten sind.
D.H. beim Tüv sind die Dingers immer Lackiert :)
es kommen aber auch Pulverbeschichter zu Wort, um für das Beschichten zu Sprechen.
Felgen Pulverbeschichten 456011.pdf
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Re: Gabelumbau NX250

Beitrag von the-dude » Mo Jun 26, 2017 11:30 am

Verstehe ich es richtig, dass die Gabel der NX 650 Plug and Play passt? Die Standrohre mit gleichem durchmesser dürfte man ja einfach einschieben können. Das wäre eine genial einfache Möglichkeit die Nixe schön hoch zu bekommen.
Dazu noch die 21" Felge, die Bremszange, Bremsleitungen, Tachoantrieb, Schutzblech und Gabelstabi? der 650er Domi. Natürlich erst nach dem 17" Umbau des HR.
Eine maximale Erhöhung ist in meinem Fall natürlich erwünscht.

Sorry schonmal für die vielen Fragen hier, ich bin relativ unbedarft was Umbauten angeht. Bisher beschränkt sich mein Wissen auf die Wartung und dem Einbau passender Teile von Motorrädern. Die Nixe soll jedoch für mich Maßgeschneidert werden (193cm groß, 96cm Schritthöhe, ca.90kg).

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