Das langsame Sterben einer MD21 ...

Was unsere Nixen antreibt
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Enola Gay
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Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von Enola Gay » Mi Feb 11, 2015 12:32 am

Hallo zusammen;

Für die diesjährige Winterzeit hatte ich ursprünglich geplant, zusammen mit einem Bekannten einen NX250 Motor aufzubauen und
kompromisslos auf Leistung zu trimmen. Leider hat sich das Projekt in diesem Winter dann doch nicht verwirklichen lassen (!)
Damit es mir nicht allzu langweilig wird, habe ich mir via e-bay eine interessante Baustelle gesucht (und auch gefunden).
e-bay Angebot MD21.jpg
Der Verkäufer war nach einigem e-mail Austausch zu einem 'Sofort-Kauf' bereit - und die MD21 war mein (!)
Bei der Abholung gab der Verkäufer an dass er 'bis vergangenen Donnerstag' die letzten 4 Jahre mit der NX - jeden Tag zur Arbeit -
gefahren sei (8km). Plötzlich wäre sie langsamer geworden und der Motor wäre 'Festgegangen' - obwohl genug Öl drin sei.
Auf meine Frage, wann das letzte mal eine Inspektion gemacht worden wäre (?) bekam ich die Antwort, dass speziell die NX250
sehr 'Wartungsarm' sei - der Verkäufer hatte angebl. vor dem Verkauf eine Inspektion durchführen lassen - und Ölwechsel sei nur
alle 12.000 km notwendig (!)

Ich habe bezahlt - und mehr od. weniger Kopfschüttelnd aufgeladen - hoffentlich ist der Vorbesitzer mit dem nun angeschafften
Kleinwagen glücklicher.

Zuhause habe ich direkt den Motor ausgebaut - und zuvor das Motoröl abgelassen. Zutage kam eine 'braune_Brühe' die zwar eine
gewisse Ähnlichkeit mit Motoröl hatte - allerdings dem Geruch nach eher an Jauche erinnerte (!)
In dieser Flüssigkeit waren erste Aluminium-Partikel sichtbar. Beim anschließenden Ausbau des Ölfilters war dieser nur in Teilen
zu entfernen - falscher Filter - zu Hoch - wurde bereits beim Einbau zerstört (!)

Bei den Vorarbeiten zum Motorausbau gilt es, den Vergaser und damit auch den 'Restöl-Sammelbehälter' zu entfernen. Dabei wurde
sichbar, dass dieser vollständig mit Wasser gefüllt war. (Inspektion ist halt nur alle 12.000 km notwendig - und nur 8km z. Arbeit)

Fortsetzung folgt ... :cry:
mfG. Herbert
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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von scrambler » Mi Feb 11, 2015 7:18 am

Enola Gay hat geschrieben: Bei den Vorarbeiten zum Motorausbau gilt es, den Vergaser und damit auch den 'Restöl-Sammelbehälter' zu entfernen. Dabei wurde
sichbar, dass dieser vollständig mit Wasser gefüllt war. (Inspektion ist halt nur alle 12.000 km notwendig - und nur 8km z. Arbeit)
Oweh, was habe ich getan :oops: ? Wenn ich immer die Wartungsarmut der Nixe preise, so heißt das doch nicht, das man nicht mit einem minimum an technischen Sachverstand ausgestattet sein sollte. Am Kurzstreckenbetrieb alleine (8km reichen eigentlich, damit die Nixe warm wird - vermutlich hat er ihr nie ordentlich die Sporen gegeben, sonst wäre das wohl auch nicht passiert) lags wohl nicht. Sondern auch an der Motorentlüftung, die niemals geleert wurde und irgendann läuft dann halt das Kondenzwasser in den Motor zurück. Dort gleicht es mit der Zeit das verbrauchte Öl aus (also selbst wenn der besitzer den Ölstand kontrolliert hat wurde ihm ein korrekter Stand vorgegaukelt) bis irgendwann mal der Wasseranteil im Öl zu hoch war um noch die Schmierung des Kolbens zu ermöglichen. Hoffentlich ist wenigstens die Kurbelwelle noch ok - ansonsten schicke ich dir eine KW, die ein guter Bekannter für mich überholt hat ;)



Gruß, Michael

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Enola Gay
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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von Enola Gay » Mi Feb 11, 2015 9:54 pm

Das Grauen geht weiter ....

Immer wenn du glaubst, Du hättest schon 'sehr viel' gesehen - dann erscheint aus dem 'Nichts' eine Keule - und belehrt Dich eines Besseren (!)

Das Antriebsritzel ließ sich ohne jegliches Werkzeug von der GA-Welle abziehen. An den Spuren auf den Halteschrauben des Sicherungs-
blechs ist zu erkennen, dass lediglich der Anguss in der Ritzel-Abdeckung hier schlimmeres verhindert hat (!)
Der Konstrukteur dieser Ritzel-Abdeckung ahnt vermtl. nicht einmal 'Ansatzweise' wieviel Menschenleben er mit diesem Anguss schon ge-
rettet hat (!)
IMG_9608.JPG
Nach dem Öffnen des Ölfilter-Deckels fiel der Ölfilter in zwei Teilen heraus. Das Filter-Papier erschien seltsam geknickt. Vergleiche mit
einem originalen HONDA-Ölfilter aus meiner Ölfilter-Tonne (rechts im Bild) ergab einen Höhenunterschied von ca. 5mm.
IMG_9657.JPG
Der Auspuff-Krümmer ließ sich nicht zerstörungsfrei ausbauen - die beiden Stehbolzen waren sauber mit dem Auspuff-Flansch verschweißt (!)
IMG_9596.JPG
Für Heute mag es genügen - sonst werde ich möglicherweise noch 'depressiv' :cry:

Fortsetzung folgt (!)
mfG. Herbert
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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von scrambler » Do Feb 12, 2015 9:47 am

Hallo Herbert,

das ist ja wirklich ein Bild des Grauens - die angeschweißten Stehbolzen sind wenigstens nur ärgerlich (nebenbei: muss doch mal in Erfahrung bringen, ob Autobolzen passen http://www.turbozentrum.de/anschlusstei ... Filter=237 Die originalen sind, wenn sie überhaupt noch lieferbar sind, ziemlich teuer und oft defekt).

Das mit dem Ritzel ist kriminell - ich möchte nicht wissen, wieviel Stürze diese falsch gefertigten JF Ritzel verursacht haben. Ich muss wohl doch mal eine Extra Seite auf meine Homepage stellen um nochmal ausdrücklich darauf hin zu weisen.

Gruß, Michael

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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von Enola Gay » Do Feb 12, 2015 10:19 pm

Und es geht weiter ....

Der Motor war nun ausgebaut und wurde der Reihe nach zerlegt (cpl.)
Schon der Anblick der Zündkerze ließ schlimmes erahnen ...
IMG_9615.JPG
Beim Abnehmen des Ventildeckels sahen die 'Innereien' fürs erste noch ganz manierlich aus.
Erst nach dem Ausbau der Nockenwellen war sichtbar, dass die Stößeltasse des linken Einlass-Ventils wesentlich höher stand als die drei
restlichen Stößeltassen (!) Ein deutliches Indiz für einen 'Ventil-Abriss'.
IMG_9605.JPG
Ein 'Stockwerk' tiefer - die Vermutung mit dem abgerissenen Einlass-Ventil erwies sich als 'richtig' (leider :cry: ). Weiter verwendbar
sind bis hierhin lediglich die Nockenwellen.
IMG_9611.JPG
Die Hoffnung bleibt, dass zumindest 'im Keller' noch einiges heil geblieben ist und weiter verwendet werden kann (!)
'Wir werden sehen - sprach der Blinde ...'

Fortsetzung folgt (!)
mfG. Herbert
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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von jellycow » Do Feb 12, 2015 11:35 pm

Da muss mann sich mühe machen um es so weit zu kommen lassen.
Wieder eine NiXe gefunde, bis die lauft fãhrt mann Transalp.

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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von kalle » Sa Feb 14, 2015 7:38 pm

Enola Gay hat geschrieben:Und es geht weiter ....
Beim Abnehmen des Ventildeckels sahen die 'Innereien' fürs erste noch ganz manierlich aus.
Erst nach dem Ausbau der Nockenwellen war sichtbar, dass die Stößeltasse des linken Einlass-Ventils wesentlich höher stand als die drei
restlichen Stößeltassen (!) Ein deutliches Indiz für einen 'Ventil-Abriss'.
Fortsetzung folgt (!)
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Hallo Herbert sehe ich es richtig dass das Ventil den Kolben durchlöchert hat?
Was kann jetzt noch weiteres kommen?
Gruß kalle

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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von Enola Gay » Sa Feb 14, 2015 11:04 pm

Hallo Kalle;

Das mit dem (Einlass-) Ventil siehst Du vollkommen richtig (!) :cry:
Was noch weiterhin kommen kann ? Bleibe am Ball - und wundere Dich nicht (!)

mfG. Herbert

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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von Enola Gay » Sa Feb 14, 2015 11:50 pm

Und es geht weiter ....

... 'und eine Stimme sprach - 'lächle_und_sei_Froh' - es könnte auch schlimmer kommen (!) 'Ich lächelte und war Froh' - und es kam schlimmer :cry: (!)

Beim Anblick des abgerissenen Einlass-Ventils bestand zumindest noch die Möglichkeit, dass die Teile 'unterhalb des Kolbens' evtl. noch verwendbar wären.
Einfach die weiteren Bilder 'wirken_lassen' (!)

Der Kühlmittel-Schlauchanschluss am Kupplungsdeckel - Korrosion hat hier sein zerstörerisches Werk nahezu vollständig beendet.
Nach siebzehn Jahren besteht an dieser Stelle - 'dringender Handlungs-Bedarf' - um es vorsichtig auszudrücken (!)
IMG_9614.JPG
Hier der Schlauchanschluss am Zylinder - an dieser Stelle würde ebenfalls nur 'Ersatz' helfen (!)
IMG_9613.JPG
Die Kurbelwelle - Ansicht von rechts - aus dem Antriebsritzel der Steuerkette sind mehrere Zähne herausgebrochen - die rechte KW-Hälfte
ist somit ein Fall für die 'Tonne' (!)
IMG_9634.JPG
Die Kurbelwelle - Ansicht von links - das 'Festgehen' des Motors dürfte letztendlich auf die Aluminium-Teile im Antrieb der Ausgleichs-Welle
zurückzuführen sein - Fazit, linke KW-Hälfte u. Ausgleichswelle ebenfalls 'Kern-Schrott' (!)
IMG_9636.JPG
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Re: Das langsame Sterben einer MD21 ...

Beitrag von walli777 » So Feb 15, 2015 8:34 pm

Ooooooo das arme Moped! Gut das mein geliebtes Stoppelhopps das nicht sehen muss.
Mitfühlende Grüße, Karin

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