Afrika

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walter_muc
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Afrika

Beitrag von walter_muc » Mi Jan 28, 2015 5:58 pm

Hallo Scrambler,

danke für die nette Mail.
Vielleicht kurz nochmal zu unserem Reiseplan. Los gehts in Bayern-->ca. 800km Genua--(Fähre)->Tanger-->3500km-5000km durch Marokko und Westsahara--->Tanger(Fähre)-->Tarifa und dann knapp 3000km durch Spanien und Frankreich zurück. Also alles in allem knappe 9.000km. 5 Wochen wollen wir uns dafür Zeit nehmen. (1200er und 800er BMW kommen noch mit)

Zu meiner Domi. BJ 1992 RD02 mit 30.000 km aktuell auf der Uhr. Ich hab sie letzten Winter gekauft und komplett neu aufgebaut.
Kunststoff Ktm Tank aktuell 11,3 L hab aber einen 23 L Tank der im März drauf kommt. Einmannsitzbank, Digitaltacho, kürzeres Heck. Lenkerhöherlegung, Stahlflex, SLS weg, K&N andere Bedüsung 150er.
Hier mal ein Bild damit kann man sich das ganze vielleicht besser vorstellen.
Bild

Hab mir nen BMW Kofferträger besorgt, der auch im Märt angepasst wird. Dazu kommen 2 G&G 36 Liter Koffer.
Bei den Reifen haben wir uns für den K 60 Scout entschieden, mit einem paar Ersatzschläuche. Boardwerkzeug, Reifenheber, Zange, Kabelbinder, Tape, Kompressor kommen mit.
Jemand aus dem Domiforum meinte du warst in den 90er Jahren mal mit ner 650er in Afrika und bist mit nem Motorschaden nach Hause.
Ich würde sowas gerne vermeiden, deshalb kam die Ölkühler Frage auch eine Ersatzcdi muss wohl eingepackt werden.

Weitere Tipps was die Vorbereitung und die Reise selbst angeht wären super.

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scrambler
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Re: Afrika

Beitrag von scrambler » Do Jan 29, 2015 5:57 am

walter_muc hat geschrieben: Vielleicht kurz nochmal zu unserem Reiseplan. Los gehts in Bayern-->ca. 800km Genua--(Fähre)->Tanger-->3500km-5000km durch Marokko und Westsahara--->Tanger(Fähre)-->Tarifa und dann knapp 3000km durch Spanien und Frankreich zurück. Also alles in allem knappe 9.000km. 5 Wochen wollen wir uns dafür Zeit nehmen. (1200er und 800er BMW kommen noch mit)

Zu meiner Domi. BJ 1992 RD02 mit 30.000 km aktuell auf der Uhr. Ich hab sie letzten Winter gekauft und komplett neu aufgebaut.
Kunststoff Ktm Tank aktuell 11,3 L hab aber einen 23 L Tank der im März drauf kommt. Einmannsitzbank, Digitaltacho, kürzeres Heck. Lenkerhöherlegung, Stahlflex, SLS weg, K&N andere Bedüsung 150er.

Hallo Walter,

mein Neid ist dir gewiss ;) - immerhin kann ich so an der Planung teilhaben. Die Domi ist für so eine Tour ideal, kräftig genug, um sich durch feshfesh Felder zu baggern, aber immer noch so leicht, dass man sie zur not noch alleine aus einem Loch zerren kann - die GS Kollegen sind da schon auf Hilfe angewiesen.

Zur Vorbereitung der Domi: wenn alles serienmässig ist, also nichts die Kühlluft behindert, braucht man einen Ölkühler nicht unbedingt. Wenn dieser was bringen soll muss er sehr groß ausfallen - dann entsteht das Problem der Unterbringung und ausserdem hat man dann ein zusätzliches Ausfallrisiko (z.b durch Steinschlag).

Besser wäre es m.E., dem Motor gezielt mehr Luft zum atmen zu verschaffen, also auf die 25mm Auslass Auspufftöpfe der 88er Version umzurüsten. Oder du öffnest die Töpfe und schweisst größere Röhrchen ein. Die 22mm Auslässe ab 1989 erhöhen den Abgasgegendruck, dadurch läuft der Motor spürbar heisser. Was auch teilweise auf die kleinere Hauptdüse zurückzuführen ist - die 88er hatte eine 155er. Hier könntest du also noch mit einer größeren HD für mehr Motorkühlung sorgen, einfach im Fahrversuch ausprobieren, was noch ohne Ruckeln wg. Überfettung geht. Ausserdem kannst du das Gemisch im mittleren Drehzahlbereich anfetten, indem du M3 Unterlegscheiben unter die Düsennadel legst - üblicherweise 1-2, auch hier im Fahrversuch ausprobieren, was noch geht.

Mit dem offenen Ansaugschnorchel (auf dem Luftfilterkasten) der 88er Modelle und den obigen Modifikationen würde dann deine 92er erheblich besser klingen und auch besser laufen - allerdings könnte dieser im Feshfesh kontraproduktiv sein. Denn bei meiner 88er sandete der Luftfilter extrem schnell ein. Es hat eine weile gebraucht, bis ich gemerkt hatte, das ich den Luftfilter 2x täglich wechseln muss! Wenn die Domi anfing zu ruckeln, wußte ich dann, es ist mal wieder soweit ;) Mit zunem Lufi braucht die Domi übrigens über 9 L /100km. Auch sonst verbrauchte sie dank der kurzen Übersetzung (weiß nicht, ob ich das wg. überhitzung nochmal machen würde) kaum unter 6l (während die mitfahrenden NX250 mit 3l auskamen!) - dieses Bild hat man also recht oft gesehen.
tanken.JPG
Den hochgelegten Koti auf dem Bild würde ich aber nicht mehr montieren (wg. Überhitzung), die Michelin T63 aber jederzeit wieder - im Sand baggern die ordentlich und halten auf der Strasse ausreichend lang - nach ca 8000km (inkl. 1000km An- und Rückfahrt zum Verladeort) waren hinten noch 1mm, vorne noch ca 1-3 mm Profil (starke Sägezahnbildung) vorhanden.
duene7.JPG
Zum Luftfilter: bei hohen Öltemperaturen geht viel ÖL (und zwar je älter das Öl desto mehr!) über die Entlüftung verloren, was natürlich den Luftfilter einsaut. Die originalen Papier Luftfilter lassen sich leicht mit Benzin auswaschen (und im gegensatz zum K&N müssen sie nicht eingeölt werden), deswegen habe ich jeden Abend rituelle Waschungen vorgenommen :D
filter reinigen.JPG
Tip: passende Blechdose und einen Trichter mitnehmen - mit Kaffeefilter gefiltert läßt sich das Benzin wieder verfeuern. Ob der K&N weniger oft gereinigt werden muss kann ich nicht sagen - ich würde auf jedenfall noch einen Ersatz mitnehmen. Evt. könnte man auch die Motorentlüftung abändern - hab ich aber nicht ausprobiert.

Beim Ventilspiel würde ich einen Ticken höher gehen - eine 0.12 Lehre sollte saugend durchgehen. Die Kupplungsfedern machen recht schnell schlapp, da wäre evt. ein Wechsel zu überlegen. Dabei aber unbedingt auf den oring auf der Ölpumpe achten viewtopic.php?f=8&t=178. Zubehör Federn taugen oft nicht viel und ermüden schnell, daher besser originale Federn kaufen.

Kommen wir zum wichtigsten Thema, dem Öl ;) . Die kurzen Ölwechselintervalle gehen zwar auf die Socken, sind aber unbedingt nötig, damit die Ölpumpe richtig funktionieren kann. Denn je älter und heisser das Öl, desto höher die Verlustleistung der Ölpumpe - das Öl sammelt sich dann in der Ölwanne (sog. wetsumping) wird dort von der Kurbelwelle schaumig geschlagen und über die Entüftung in das Luftfiltergehäuse geblasen (siehe Lufiproblem weiter oben). Als Resultat steigt der Ölverbrauch drastisch an (kann bis zu 2-3l/1000km und mehr betragen!), wenn man da nicht aufpaßt ist ruckzuck der Öltank leer. Durch die geringere Ölmenge wird das verbliebene Öl natürlich noch heisser, wodurch die Ölpumpenleistung noch mehr absinkt und der Ölverbrauch noch mehr ansteigt - ein positiver Feedback Effekt (obwohl nix daran für den Motor positiv ist).

Ich würde also bei soner Tour 2x täglich den Ölstand kontrollieren (ideal wäre natürlich ein Ölkontrollschlauch viewtopic.php?f=8&t=51) und spätestens nach 3000km das Öl wechseln - bei plötzlich ansteigenden Ölverbrauch auch schon früher. Immerhin ist die Ölsorte nebensächlich, jedes 20W40 dürfte es tun. Dabei reicht ein mineralisches, die synthetischen erhöhen keinesfalls die Ölwechselinterwalle - ganz im Gegenteil (siehe unten).

Das alles war mir 1995 leider nicht bekannt. Ich hatte zwar Öl für einen Ölwechsel mitgenommen, leider wurde mir dies mitsamt des Werkzeugs in Tansania gestohlen. Weshalb ich auf den Ölwechsel verzichtete - ich vermutete, das schweineteure vollsynthetische Belray 5W60 wäre selbst mit hoher Laufleistung besser als irgendein neues Öl von ner afrikanischen Tanke. Großer Irrtum ...

Was passierte war folgendes: auf den ersten 3000km war der ölverbrauch ca 0,2l - ich hab täglich kontrolliert und mußte also alle 2-3 Tage was nachfüllen. irgendwann zwischen 3000-4000km (hab ich mir leider nicht aufgeschrieben) habe ich abends den Ölstand kontrolliert und fiel aus allen Wolken - nix wurde am peilstab angezeigt! 1L öl hat gefehlt (nach ca 300km) ... in der Folge blieb der Ölverbrauch hoch, ich kontrollierte 2-3 x täglich und füllte ständig was nach. Doch offensichtlich kam kaum noch etwas im zylinderkopf an. Denn die Domi hat mich noch zwar noch treu durch Afrika http://www.nx250.de/afrika-1994.html gezogen, in Deutschland fing sie dann kurze Zeit später zu klappern an - Kipphebel & Nockenwelle eingelaufen plus Ventilsitz rausgefallen - typischer Ölmangelschaden. Mir war das lange Zeit unerklärlich, bis Langer 15 jahre später eine bahnbrechende Entdeckung machte ("Langer Syndrom", Öldruck sinkt mit zunehmender Laufleistung des Öls http://89232.forumromanum.com/member/fo ... 48.3..html). Ein einfacher Ölwechsel (und evt. eine Ölpumpe mit Simmeringen http://www.nx250.de/oelpumpe-nx650.html) war wohl alles, was der Domi gefehlt hat - Werner hatte doch recht "Mit'm Öl nich sparsam sein!" :roll:

Gruß, Michael
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walter

Re: Afrika

Beitrag von walter » Fr Jan 30, 2015 5:01 pm

Super danke für die Infos. Ölwechsel wird nach 3000km erledigt. EIn zweiter Luftfilter steht auch schon auf der Agenda. Etwas größere Bedüsung werde ich auch testen. Wobei sich die 150er eigentlich gut anfühlt.
Waren letztes Jahr im September im Schwarzwald, da ist mir die Temperatur (25°C Außen) auch beim mehrfachem Schauinsland hoch und runter fahren nicht über 120°C gekommen. Hab auch nen hohen Kotflügel, jedoch mit 6 Lüftungsschlitzen, die m.M.n. genug Luft auf den Kopf bringen. Kupplung schau ich mir nach deinem Tipp auch an.

Gruß Walter

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Re: Afrika

Beitrag von Hante » Fr Jan 30, 2015 10:27 pm

Hallo Walter.
Erstmal gutes Gelingen für dein Vorhaben.
Ich bin ja nicht so ein Technikguru wie unser Michael. Aber mit dem hohen Koti hätte ich trotz Lüftungsöffnungen bedenken.
Ich wäre um jeden erdenklichen Luftzug dankbar. Ich würde auch nicht glauben das man im Wüstensand einen hochgelegen Kotflügel braucht. Also runter damit.
Wenn ich richtig gelesen habe, hast du schon ein Ölthermometer und bist mit dem Temperaturhaushalt vertraut. Gut so.

Gruß Uwe

Walter

Re: Afrika

Beitrag von Walter » Sa Jan 31, 2015 7:09 pm

Danke Hanke,

ja Thermometer ist dran. Aber hab die 120 letztes Jahr net überschritten, von daher musste ich auch noch keine Temperatur bedingte Pause machen.
Der Kotflügel bleibt erstmal dran, vielleicht macht er in der Tat 2-4°C aus, aber mehr kann ich mir nicht vorstellen. Um einen unten zu befestigen müsste ich den Gabelstabi wieder verbauen, hab bei meinem Umbau versucht möglichst wenig Gewicht zu sparen. Deshalb alles Eisenzeugs weg und durch Kunststoff ersetzt.

Gruß Walter

Walter

Re: Afrika

Beitrag von Walter » Sa Jan 31, 2015 7:10 pm

Ich meinte natürlich danke Hante! Nicht Hanke

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Re: Afrika

Beitrag von scrambler » Di Feb 03, 2015 5:59 am

Walter hat geschrieben:ja Thermometer ist dran. Aber hab die 120 letztes Jahr net überschritten, von daher musste ich auch noch keine Temperatur bedingte Pause machen.

Hallo Walter,

leider können wir trotz global warming in Deutschland kaum einmal ausprobieren, wie warm die Domi bei 35C wird ;) Man kann es aber auch bei niedrigern Temperaturen simulieren. Wenn sie reisefertig ist und es mindestens 20C Aussentemperatur hat, mal auf der Autobahn mindestens 140km/h für mindestens eine Stunde fahren. Das würde dann pi mal daumen der Öltemperatur bei 100km/h und 35 C entsprechen. Sie sollte dann kaum mehr als 130C warm werden, (was schon im Serientrimm knapp wird). Das wäre dann auf Dauer noch akzeptabel (und wie gesagt, evt. das gestreßte Öl früher wechseln).
Übrigens kommen ausser dem Kotflügel (meiner hatte natürlich auch Kühlschlitze) noch andere Faktoren hinzu. Die Übersetzung habe ich schon angesprochen, überlegenswert wäre ein 14er Ritzel. Das wäre für Tiefsand-Etappen schnell gewechselt, auf der Strasse und auf guten Pisten tut es die original Übersetzung. Was man nicht unterschätzen darf: der original Tank/Verkleidung ist trichterförmig und leitet den Luftstrom direkt auf den Zylinderkopf. Daher läuft meine Scrambler auch tendenziell heißer - leider habe ich nie gemessen, wieviel das ausmacht.
Was mir noch eingefallen ist: die Seitenkoffer sind auf solchen Touren m.E. nicht ideal. Sie geben ein falsches Gefühl der Diebstahlsicherheit, sind schwer und bei einem Sturz zu unflexibel. Besser sind packtaschen - dann sparst du dir auch den schweren Gepäckträger und würdest mit leichten Alu- Abstandshaltern (zum Auspuff) auskommen.

Gruß, Michael

Walter

Re: Afrika

Beitrag von Walter » So Mär 08, 2015 2:51 am

Alukoffer mit 2,5 kg pro Koffer und Träger von ner BMW der auch knapp 2,5 kg also 1,25 pro Seite hat sind schon da. Gewichtstechnisch will ich mich bei 30 kg hinten druff halten. Was ansich kein Thema sein sollte.
Der Ktm Tank läuft auch Trichterförmig zu. Nachdem alles für die Tour montiert wurde, wollte ich eh ein Wochenende zum testen, Richtung Tirol fahren. Ink. Gewicht.

Gruß Walter


Zuletzt als neu markiert von Anonymous am So Mär 08, 2015 2:51 am.

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