Mit der Domi beim TüV

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scrambler
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Mit der Domi beim TüV

Beitrag von scrambler » Mi Jul 03, 2019 6:21 am

Hallo Zusammen,

Sammelfred für TüV, Dekra et al. Erfahrungen ;) Einzutragen gabs nix, nur nach der Legalität eines Zubehör Rücklichts mit Rückstrahler habe ich gefragt. War sonst alles ok, nur der CO Wert war ungewöhnlich niedrig (für eine Uromi ohne SLS) - nur 0,75%Vol. Ich hatte vorher schon den Eindruck, das sie zu mager läuft, zwar kein Ploppundaus, aber lange, ruckelige Warmlaufzeit, sehr niedriger Verbrauch (ca 4,4l) und rauher Lauf im mittleren Drehzahlbereich. Der TüV Prüfer gab mir den Tipp, mal die Feder des Vergaserkolbens zu überprüfen - gute Idee, hatte ich nicht dran gedacht ;)

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Enola Gay
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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von Enola Gay » Mi Jul 03, 2019 9:49 am

Der TüV Prüfer gab mir den Tipp, mal die Feder des Vergaserkolbens zu überprüfen
Der CO-Wert wird an der Domi bei 'Leerlauf-Drehzahl' gemessen - dabei befindet sich der Vergaserkolben 'immer' in der tiefsten Position - und er hat ganz sicher keinen Einflusss auf den gemessenen CO-Wert (die Feder natürlich auch nicht).
0,75% CO sind für einen so alten Vergaser-Motor ein sehr guter Wert - ich kenne Leute die würden Geld für so einen CO-Wert bezahlen 8-).
Wenn es zu wenig erscheint, einfach mit der 'Götz-Düsenreibahle' mal durch die Leerlauf-Düse gehen :mrgreen: - dann ist man am anderen Ende des zulässigen;

mfG. Herbert

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nabu kudurri usur
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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von nabu kudurri usur » Mi Jul 03, 2019 1:13 pm

Ich hatte denselben Befund. Beim Messen stellte der Prüfer 2016 einen Co-Wert von 1,02 % fest. Die NX hatte zwar einen weitgehend stabilen Leerlauf, doch ging der Motor hie und da auch mal aus. Gern im Schiebebetrieb, wenn man durch den Kreisverkehr fuhr. Zweimaliges Ultraschallreinigen des Vergasers brachte keinen messbaren Effekt. Ich habe zunächst die LLGS sehr weit herausgedreht, bis der Co-Wert bei 4,5 % lag. Die Symptome wurden dadurch gemildert, gingen aber nie ganz weg. Am Ende hab ich dann eine nagelneue Leerlaufdüse und eine neue LLGS eingebaut. Seitdem läuft die Karre einwandfrei. Die Teile zu erneuern, hätte mir auch früher einfallen können. Aber manchmal braucht man eben etwas Zeit, um schlauer zu werden.

Grüßle

Wolf-Ingo

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scrambler
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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von scrambler » Do Jul 04, 2019 5:50 am

nabu kudurri usur hat geschrieben:
Mi Jul 03, 2019 1:13 pm
Am Ende hab ich dann eine nagelneue Leerlaufdüse und eine neue LLGS eingebaut.
Das könnte ich auch noch ausprobieren, kostet ja nicht die Welt. Da fällt mir erst jetzt ein - ich hätte ja bei der Abgasprüfung die LLGS weiter rausdrehen können, ich hatte sogar ein Einstellwerkzeug dabei. Aber nicht dran gedacht :roll:
Enola Gay hat geschrieben:
Mi Jul 03, 2019 9:49 am
Der CO-Wert wird an der Domi bei 'Leerlauf-Drehzahl' gemessen - dabei befindet sich der Vergaserkolben 'immer' in der tiefsten Position - und er hat ganz sicher keinen Einflusss auf den gemessenen CO-Wert (die Feder natürlich auch nicht).
Der Prüfer bezog sich auf den rauhen Lauf in mittleren Drehzahlen - da könnte durch eine erlahmte Feder der Unterdruckkolben zu schnell/weit hoch gehen, wodurch das Gemisch abmagert. Wie gesagt ist der Verbrauch für eine serienmässig recht fett abgestimmte Uromi verdächtig gering - 4,4l - da dürfte das Leerlaufsystem kaum eine Rolle spielen. Kolben/Zylinderkopf/Vergaser wurden vor 24.000km überholt, müßten also noch frisch sein. Beim Vergaser habe ich dank deiner Hilfe das letzte orginale Düsennadel/Nadeldüsenset verbaut, das müßte also ok sein. Bleibt also eigentlich nur der Unterdruckkolben/Feder selbst. Ich könnte zwar mit Unterlegscheiben unter der Nadel (die ja nicht verstellbar ist) den mittleren Bereich anfetten, werde mir aber wohl mal eine neue Feder besorgen (die für die RD02 gibt es noch, für die RD08 nur noch eine bei CMS lieferbar).

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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von langer » Do Jul 04, 2019 10:06 am

scrambler hat geschrieben:
Do Jul 04, 2019 5:50 am
...4,4l - da dürfte das Leerlaufsystem kaum eine Rolle spielen...
Doch, da es bis in mittlere Teillast reicht, in der Praxis sogar die mit Abstand Grösste Rolle beim Verbrauch.

"Fahrten" bestehen zum grössten Prozentsatz im Mittel aus unterer bis mittlerer Teillast.
Der Anteil an voller Beschleunigung und voll gezogenem Hahn ist (wenn man dies mal wirklich genau beobachtet... schwierig... besser loggt)
in Summe verschwindend gering.
Selbst bei Langstrecke auf der AB bei recht hohem Tempo (auf geraden selbst bis 130 km/h und darüber)
ist der dazu notwenige geöffnete Drosselklappenwinkel
welcher zum "Geschwindigkeit halten" gebraucht wird, sehr viel kleiner als man denken mag.

(Quelle = loggen von Drosselklappenpotis/Einstritzanlagen.
Bei der Domi; altes Handy, Videomodus; im Luftfilterkasten für den Hub des Gleichdruckkolben
und bezüglich Drosselklappenwinkel, rechts vor der Seilscheibe der Drosselklappe).
Grüsse langer 8-)
"Kunst ist, wenn man‘s nicht kann... denn wenn man‘s kann, ist‘s keine Kunst"
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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von nabu kudurri usur » Do Jul 04, 2019 11:56 am

langer hat geschrieben:
Do Jul 04, 2019 10:06 am
scrambler hat geschrieben:
Do Jul 04, 2019 5:50 am
...4,4l - da dürfte das Leerlaufsystem kaum eine Rolle spielen...
Doch, da es bis in mittlere Teillast reicht, in der Praxis sogar die mit Abstand Grösste Rolle beim Verbrauch.

In diesem Zusammenhang ist nachfolgende Graphik ganz hilfreich.

Grüßle

Wolf-Ingo
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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von langer » Do Jul 04, 2019 1:50 pm

Diese Grafiken kennt man. Bei Gleichdruck erweitert sich diese Kurve noch erheblich.
Was man nicht kennt und unterschätzt ist der Anteil dessen bei realen fahrten und damit beim tatsächlichen Verbrauch.
Grüsse langer 8-)
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scrambler
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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von scrambler » Fr Jul 05, 2019 6:35 am

Ich hatte da diese Graphik in Erinnerung (aus https://www.zeebulon.de/Mot/Technik.htm ... instellung), für Bing Unterdruckvergaser. Die BMW Fahrer machen da eine richtige Kunst draus, mit Schleifleinen & Micrometerschraube werden die Nadeln verschlankt bis das Gemisch für einen bestimmten Auspuff/Lufi perfekt paßt. Wäre ja auch bei der Domi interessant - wenn da nicht der Vergaserausbau wäre.
Da aber bei meiner Domi Nadel/Nadeldüse neu sind kanns ja eigentlich nur noch an Leerlaufdüse/Gemischschraube liegen.

Das die Hauptdüse erst auf den letzten 10% der Schieberöffnung eine Rolle spielt kann ich bestätigen - eine 160er HD (statt der serienmässigen 155er) hat sich weder beim Verbrauch noch bei der Öltemperatur ausgewirkt, weil ich nie Vollgas fahre ;)

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Dominator
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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von Dominator » Mo Jul 08, 2019 8:03 am

Interessante Diskussion zur Feinabstimmung des Vergasers - leider kann ich dazu nichts beitragen. Bei meiner ersten Domi war dank der Erstzulassung 88 keine AU nötig, meine zweite ist zwar auch ein 88er Modell, aber halt erst 1990 erstmals in Deutschland zugelassen. Daher werde ich wohl im Herbst um eine HU mit AU nicht herumkommen? Oder gibt es da einen Trick - gerne auch per PM ;) ?

LG, Manfred

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Re: Mit der Domi beim TüV

Beitrag von scrambler » Di Jul 09, 2019 1:38 pm

Habe die LLGS ca 1/2 Umdrehung weiter raus gedreht. Auswirkungen auf die Öltemperatur kann ich nicht überprüfen, dank Aussentemperaturen von 16C° (und das im Juli :roll: ). Der Verbrauch ist minimal angestiegen, auf ca 4,6l. Könnte aber auch eine etwas schnellere Gangart gewesen sein. Eigentlich ist der geringe Verbrauch ja erstrebenswert, dadurch komme ich ca 260km bevor ich auf Reserve schalten muss. Das schafft eine Uromi mit ihrem 13l Tank sonst nie. Naja, habe jetzt erst mal die Vergaserteile bestellt und dann sehen wir weiter.

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